Antonio Spandri (1943-2011) – ein Leben für die Evangelisierung

Am 28. Februar 2021 jährt sich der Todestag von Antonio Spandri zum zehnten Mal. Zusammen mit seiner Frau Bruna war der Venezianer vierzig Jahre lang als Itinerant für den Neokatechumenalen Weg in Deutschland und seit 1999 auch in den Niederlanden verantwortlich. Auf Spandris missionarisches Wirken gehen die Gründungen von über 100 Gemeinschaften zurück. Außerdem war er maßgeblich an der Entstehung der diözesanen Priesterseminare Redemptoris Mater in Amsterdam, Berlin, Köln und Roermond beteiligt.

Ein zentrales biografisches Moment bildet die Beziehung mit Prof. Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., bei dem Spandri in den späten 60er-Jahren in Tübingen und Regensburg Theologie studierte und den er mit dem entstehenden Neokatechumenalen Weg bekannt machte.

Später schrieb Papst Benedikt XVI. über diese Begegnung:   

“Ich war Professor in Tübingen, und einige aus der Gruppe [des Neokatechumenalen Weges] kamen in meine Vorlesungen. Unter ihnen war Toni Spandri, der viele Jahre bei mir studiert hat und jetzt in München arbeitet. Diese jungen Menschen hatten entdeckt, dass nach der Taufe ein neues Katechumenat nötig sei, eine neue persönliche und gemeinschaftliche Vertiefung der Taufe auf einem gemeinsamen Weg.“ (Benedikt XVI., Kirchliche Bewegungen und neue Gemeinschaften, Neue Stadt 2007).

Um den neuen kirchlichen Aufbruch auch nach Deutschland zu bringen, schrieb Ratzinger in der Folge zwei befreundeten Pfarrern aus München Briefe, in denen er den Kontakt zum Ehepaar Spandri herstellt:

„Ich bin nach allen Gesprächen überzeugt, dass es sich hier um eine echte Erneuerungshoffnung handelt, die, aus dem Geist der Bibel und der Väter kommend, fest in der konkreten Kirche verwurzelt ist und sich an den Pfarrer binden will, gleichzeitig aber neue Wege des Lebens im Glauben eröffnet.“ (Brief an Kurt Gartner, 22. Juni 1974)

Im Jahr 1974 hielten Toni und Bruna Spandri daraufhin die ersten Katechesen in München-Neuperlach und Oberschleißheim, aus denen die ersten Gemeinschaften hervorgingen. Es folgten Katechesen in Ost- und West-Berlin, Nürnberg, Hamburg, Köln und weiteren Städten in Deutschland. Neben den entstehenden Gemeinschaften waren Toni und Bruna auch für die missionarischen Initiativen des Weges – Familien in Mission und Missio ad gentes – zum Beispiel in Chemnitz, Köln und Berlin zuständig. Außerdem begleiteten sie die Entstehung der Priesterseminare Redemptoris Mater in den Erzdiözesen Berlin und Köln.

Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 1988 die ersten Familien in Mission in die Niederlande aussandte, unterstützen Toni und Bruna Spandri die dortigen Itineranten, Carlo und Mariangela Striano. 1991 begleiteten sie auch die Gründung des Priesterseminars Redemptoris Mater in Amsterdam. Als sich Carlo Striano im Jahr 1999 aus gesundheitlichen Gründen zurückzog, bat das Internationale Verantwortlichenteam des Weges Toni und Bruna, den Dienst der Itineranz auch für die Niederlande zu übernehmen.

Antonio Spandri starb unerwartet am 28. Februar 2011 in München. An seinem Requiem im Münchner Liebfrauendom nahmen über 3.000 Personen teil, unter ihnen Münchens Generalvikar Prälat Peter Beer, der die Liturgie in Vertretung von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx leitete. Paul Josef Kardinal Cordes, emeritierter Präsident des Päpstlichen Rates “Cor Unum”, überbrachte die Beileidsnachricht des Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. über die Nachricht von Spandris Tod. Neben weiteren 84 Konzelebranten nahmen auch Kiko Argüello und P. Mario Pezzi aus dem internationalen Verantwortlichenteam des Neokatechumenalen Weges am Requiem teil. 

Toni Spandri hatte sich zeitlebens gewünscht, „mit den Sandalen an den Füßen“, als Missionar also, zu sterben und „in Deutschland begraben zu werden“. Diese Wünsche hat Gott ihm erfüllt. Antonio Spandri ist auf dem Münchner Südfriedhof beerdigt.

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