Papst sendet Münchner Familie als Missionare nach Südafrika

Im Rahmen einer Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Neokatechumenalen Weges am 5. Mai 2018 in Rom hat Papst Franziskus insgesamt 200 Familien als Missionare (“Missio a gentes”) in verschiedene Städte der Welt entsandt. Auf Wunsch des Erzbischofs von Kapstadt, Stephen Brislin, werden insgesamt vier Familien in die Erzdiözese Kapstadt kommen. Neben Familien aus Brasilien, Indien und den USA ist auch die Münchner Familie Höchhäusler dabei.

Wolfgang und Ursula Hochhäusler haben zehn Kindern und sind seit vielen Jahren Mitglieder in der Neokatechumenalen Gemeinschaft in der Pfarrei Christus Erlöser, München-Neuperlach. “Der Herr geht uns in dieser Mission voraus – es ist überwältigend.”, so Wolfgang Hochhäusler. “Wir haben uns für diese Mission zur Verfügung gestellt, weil wir die vielen Wunder gesehen haben, die Christus in unseren Leben getan hat. Er hat all unsere Ängste, unsere Heimat und unseren Komfort zu verlassen, überwunden und wird uns den Weg zeigen, den Menschen seine Liebe und Barmherzigkeit kennenlernen zu lassen.”

Das erste Treffen mit Erzbischof Brislin von Kapstadt fiel durch Zufall mit einem Südafrikabesuch von Münchens Erzbischof Reinhard Kardinal Marx zusammen (Foto). Im Rahmen eines Gesprächs segnete Kardinal Marx das Ehepaar Hochhäusler und unterstrich die Bedeutung ihrer missionarischen Präsenz in Südafrika. Erzbischof Brislin: “Es gibt so viele Menschen in unserer Diözese, die Durst nach Gott haben und Antworten suchen. Ich bin den Familen dankbar, die sich großzügig zur Verfügung stellen, um ihr Zeugnis dorthin zu bringen, wo es am dringendsten benötigt wird.”

Die Aussendung von Familien des Neokatechumenalen Weges als Missionare in alle Welt – die “Missio ad gentes” – wurde im Jahr 2006 von Papst Benedikt XVI. eingeführt. Eine Gemeinschaft “Missio ad gentes” besteht aus einem Priester und vier oder fünf Familien mit ihren Kindern, die, auf Anfrage des Ortsbischofs, in entchristlichte Gegenden gesandt werden, um dort, als christliche Gemeinschaft, die Kirche anwesend zu machen. Die Aussendung der Familien erfolgt regelmäßig durch den Papst. Johannes Paul II. unterstrich mit Blick auf die “Missio ad gentes” die Notwendigkeit, angesichts der zunehmenden Säkularisierung der modernen Welt, zum ‘Modell der ersten Apostel’ zurückzukehren.

In Deutschland gibt es Gemeinschaften “Missio ad gentes” in Köln und Düsseldorf (Erzbistum Köln), Berlin (Erzbistum Berlin), Augsburg (Bistum Augsburg) und Chemnitz (Bistum Dresden-Meißen), wo 80 Prozent der Bevölkerung bekenntnislos sind (siehe auch: http://www.bistum-dresden-meissen.de/aktuelles/archiv-2016/treffen-neokatechumenat.html).

(ursprünglicher Bericht in der Southern Cross vom 14.6.2018: https://www.scross.co.za/2018/06/pope-sends-missionary-families-to-south-africa/)

Update:
Reportage der Süddeutschen Zeitung vom 6.9.2018 über die Familie Hochhäusler:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/glaube-und-familie-die-mission-der-hochhaeuslers-1.4119463?reduced=true

Bericht auf MK-Online vom 7.9.2018:
https://mk-online.de/meldung/start-in-ein-neues-leben.html