Am 7. Dezember 2025 feierte das Priesterseminar Redemptoris Mater Köln sein 25-jähriges Bestehen. Das Seminar, 2000 von Joachim Kardinal Meisner ad experimentum gegründet und seit 2009 dauerhaft etabliert, verbindet den diözesanen Auftrag des Erzbistums Köln mit dem missionarischen Charakter, der den Neokatechumenalen Weg prägt.
Festgottesdienst zum Jubiläum
Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten am 8. Dezember stand ein Pontifikalamt mit Kardinal Rainer Maria Woelki, dem Bischof von Stockholm, Kardinal Anders Arborelius, und dem emeritierten Erzbischof von Madrid, Kardinal Antonio María Rouco. Woelki würdigte in seiner Predigt die besondere Ausrichtung des Seminars und erinnerte an den Leitgedanken von Evangelii nuntiandi:
„Die Kirche existiert, um zu evangelisieren.“
Viele der inzwischen 36 ausgebildeten Priester aus zwölf Nationen wirkten als Konzelebranten mit. Die meisten von ihnen sind als Kapläne, Pfarrvikare oder leitende Pfarrer im Erzbistum Köln tätig. Andere werden derzeit bzw. wurden in der Vergangenheit auch in der Jugendseelsorge, in der Schulpastoral, in der Priesterausbildung, im Kirchengericht, in der Römischen Kurie eingesetzt oder für die Promotion bzw. Habilitation in Theologie freigestellt. Die internationale Atmosphäre des Seminars prägte sichtbar den Festtag.
Studientag: 50 Jahre Evangelii nuntiandi
Tags zuvor, am 6. Dezember, fand eine Tagung zum 50. Jahrestag des Apostolischen Schreibens Evangelii nuntiandi statt. Sie stand unter der Leitfrage, wie die Kirche heute glaubwürdig das Evangelium verkünden kann. Mitveranstalter waren das Priesterseminar Redemptoris Mater, der Bereich Strategie und Evangelisierung des Generalvikariats sowie das Katholische Bildungswerk.
Den Auftakt machte eine Videobotschaft von Kardinal Woelki, der die dienende Grundhaltung der Verkündigung betonte. Der Kirchenhistoriker Dr. Dominik Heringer erläuterte anschließend die Entstehungsgeschichte des Schreibens und hob dessen bleibende Relevanz hervor – gerade im Licht des Pontifikats von Papst Franziskus.
„Um zu evangelisieren, müssen wir zuerst selbst evangelisiert werden.“
Diese zentrale These prägte den Hauptvortrag von Kardinal Anders Arborelius OCD. Er rückte den persönlichen Blick Jesu und das Hören – auf Gott wie auf die Lebensgeschichten der Menschen – in den Mittelpunkt. Aus innerer Stille erwachse das Wort, das Herzen erreicht.
Am Nachmittag wurde das Thema praktisch: Teilnehmende zogen zur Straßenevangelisierung aus, sangen, besuchten ein Seniorenheim oder beteten vor dem Allerheiligsten. Der Austausch im Anschluss zeigte die Vielfalt der Erfahrungen.
Den Abschluss bildete ein Wortgottesdienst unter Leitung von Kardinal Rouco Varela, einem langjährigen Freund und Förderer der Redemptoris-Mater-Seminare.
Ein gemeinsames Signal
Beide Ereignisse – das Seminarjubiläum und der Studientag – machten deutlich, wie bedeutend und lebendig Evangelisierung heute ist. Sie zeigten zugleich, wie eng verschiedene kirchliche Akteure in Köln zusammenwirken, um dem Evangelium in der Gegenwart eine glaubwürdige Stimme zu geben.
Fotos: Marcin Gesiarz




















